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2023G: Vorgeschichte und Geschichte, Unsittlichkeit und Sittlichkeit, Böses und Gutes

2023G: Vorgeschichte und Geschichte, Unsittlichkeit und Sittlichkeit, Böses und Gutes

 

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2023
(21. November)

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Vorgeschichte und Geschichte, Unsittlichkeit und Sittlichkeit, Böses und Gutes

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Artikel über die Philosophie der Geschichte und der Politik

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Marco de Angelis

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Gedruckte Veröffentlichung: noch nicht
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Digitale Veröffentlichung: Ja, hier unten 

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Die Welt braucht einen Wendepunkt, einen historischen Wendepunkt, eben den tatsächlichen Übergang von der Vorgeschichte zur Geschichte, der noch nicht stattgefunden hat. So sehr es uns auch überraschen mag, wir sind als Menschheit noch nicht in die eigentliche ’Geschichte’ eingetreten, sondern befinden uns noch in der ’Vorgeschichte’. 

Letztere ist nämlich keineswegs, wie heute in der Schule gelehrt wird, mit der Zeitspanne identifizierbar, in der es noch keine Schrift gab, denn das ist eine äußere, formale und keine inhaltliche Bestimmung. Die ’Vorgeschichte’ hingegen zeichnet sich dadurch aus, dass sich die Menschen noch wie Tiere verhalten, was sie natürlich auch sind, mit all den Instinkten, die Tieren eigen sind, aber sie sind noch mehr, sie sind ’Geist’, daher die Fähigkeit, Instinkte zu unterdrücken, wenn sie zum Bösen führen. Der Geist arbeitet immer für das ’Gute’, niemals für das ’Böse’. Da das Tier nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden kann, ist es gerechtfertigt, dem Instinkt zu folgen, denn das liegt in seiner Natur; der Mensch hingegen, der im Wesentlichen ’Geist’ ist, ist niemals zu rechtfertigen, wenn er Böses tut. 

Angesichts dieser Prämisse müssen wir uns fragen: Leben die Menschen heute, indem sie dem tierischen Instinkt oder dem Geist folgen? Leben sie also, indem sie eher für das Böse oder für das Gute arbeiten? Wenn wir uns die jüngsten Ereignisse ansehen, müssen wir leider zu dem Schluss kommen, dass sich die Menschen immer noch überwiegend für das Böse und nicht für das Gute einsetzen. Wir müssen daher auch zu dem Schluss kommen, dass wir noch in der Vorgeschichte leben und noch nicht in die eigentliche Geschichte eingetreten sind. 

Die Tatsache, dass unsere Technologie im Vergleich zu z.B. vor einem Jahrhundert sehr fortschrittlich ist, bedeutet unter dem Gesichtspunkt der Sittlichkeit (Zivilisation) überhaupt nichts. Man kann technologisch fortgeschritten und dennoch unsittlich (unzivilisiert) sein, reich und dennoch unsittlich (unzivilisiert), genauso wie man ohne fortgeschrittene Technologie sittlich (zivilisiert) oder arm und sittlich (zivilisiert) sein kann. Die Sittlichkeit (Zivilisation) wird an Ethik und Güte gemessen, nicht an der technologischen und wirtschaftlichen Entwicklung.

Angesichts dieser Überlegungen muss man zu dem Schluss kommen, dass es heute unbedingt eine neue humanistische Weltparteibewegung braucht, die der Menschheit hilft, die Vorgeschichte zu verlassen und in die Geschichte einzutreten, d.h. zivilisiert zu werden. Die Menschheit ist heute höchst unsittlich (unzivilisiert). 

Wir sollten uns daher nicht über das Grauen wundern, das wir in der Ukraine und vor allem jetzt in Palästina gesehen haben, und zwar auf beiden Seiten, denn das Schlimmste ist gerade die Kombination von Unsittlichkeit (Unzivilisiertheit) und Hochtechnologie. Wenn wir die hochtechnologische Entwicklung in die Hände von unsittlichen (unzivilisierten) Wesen legen, wie es die heutigen Menschen sind, kann das Ergebnis nur sein, dass man in einem Krieg nicht in erster Linie die Männer und Soldaten des Feindes tötet, sondern seine Kinder, seine Jugend, seine Frauen, seine Alten. 

Wenn die Menschen der Zukunft in ein paar Jahrhunderten über uns urteilen werden, werden sie uns als unsittlich (unzivilisiert) und prähistorisch betrachten, weil sie, so müssen wir zumindest hoffen, aus der Vorgeschichte in die wirkliche Geschichte eingetreten sein werden. Sie werden daher Kinder, Jugendliche, Frauen und ältere Menschen respektieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass wir prähistorisch und unsittlich (unzivilisiert) sind und uns dafür nur schämen sollten, denn stattdessen könnten wir leicht historisch und sittlich (zivilisiert) sein, wir hätten dazu alle wirtschaftlichen und technologischen Möglichkeiten. Wir müssen es nur wollen, aber um es zu ’wollen’, sollten wir es ’wissen’. Aus diesem Grund kann die neue Parteibewegung nur philosophisch-wissenschaftlich sein, sie muss die Menschheit tatsächlich zum ’Wissen’ des Guten führen, eine Voraussetzung dafür, das Gute zu ’wollen’.

 

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