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Ethik

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ETHIK - EINGANG und HAUPTPRINZIP
Ethik ist die Dimension der  zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie setzt das Wissen, also die Theorie, voraus. Sie bleibt aber nicht bei der reinen Theorie stehen, sondern setzt sie in die Praxis um. Wenn wir handeln, d.h. wenn wir unser Wissen, unsere Entscheidungen in die Praxis umsetzen, orientieren wir uns an bestimmten Verhaltensregeln und Werten. Diese können von Geburt an anerzogen werden oder wir können sie uns durch Bildung selbst aneignen. Auch die objektiven Regeln und Gesetze der Gemeinschaft, in der wir leben, sind Parameter, innerhalb derer wir unser Verhalten, also unser Handeln, gestalten. 

Das Grundprinzip der Ethik wurde von Immanuel Kant in seinem zweiten kategorischen Imperativ ausgedrückt, der heute auch zu den Grundlagen für den Begriff der Menschenwürde gehört, auf dem alle demokratischen Verfassungen beruhen. Es lautet folgendermaßen:

"Handle so, daß du die Menschheit sowohl in deiner Person, als in der Person eines jeden anderen jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchst."

(Grundlegung zur Metaphysik der Sitten, 1785, in: I. Kant, Akademie Ausgabe, Berlin 1900 ff., Bd. IV, S. 429).

 

Dies ist ein Gedanke der unmittelbaren Klarheit und des Verständnisses. In unserem Leben seit der Kindheit haben wir die Welt als ein Mittel zur Befriedigung unserer Bedürfnisse behandelt. Für das Neugeborene ist selbst die Mutter offensichtlich nur ein Mittel zum Überleben. Wenn wir jedoch erwachsen werden, beginnen wir, die Gefühle zu entwickeln, die uns dazu führen, diejenigen zu lieben, mit denen wir leben und von denen wir abhängig sind, und die wir deshalb nicht nur als Mittel, sondern auch als Zweck betrachten sollen (in der Tat sagt Kant, dass man andere niemals einfach als Mittel, sondern vor allem als Zweck betrachten soll). 

In dem Moment, in dem wir erwachsen werden und zu verstehen beginnen, dass andere uns so brauchen, wie wir sie brauchen, und dass daher die Notwendigkeit des Bedürfnisses gegenseitig ist, dann beginnen wir, die Welt als Erwachsene zu sehen und nicht mehr als Kinder, und so beginnt sich die Ethik zu entwickeln. Sie ist die Grundlage des sozialen Lebens. Ohne Ethik gäbe es keine Freundschaft, keine Liebe und keine andere freie, nicht gesetzlich gebundene menschliche Sozialbeziehung.

Bei Kants Ethik kann die Überlegung hinzugefügt werden, ob der von ihm formulierte Grundsatz auch auf Tiere angewendet werden sollte, die offensichtlich auch Schmerzen empfinden und deshalb nicht nur als Mittel behandelt werden sollten, obwohl sie nicht so vollständig frei und autonom wie der Mensch sind. Dazu gibt es mittlerweile ebenfalls Literatur (siehe auch die Sektion ‚Tierrecht‘ auf dieser Plattform). Peter Singer ist ein Denker, der sich sehr intensiv mit dieser Problematik beschäftigt hat.

Man könnte dazu sagen, dass alles, was existiert, eigentlich nicht nur als Mittel, sondern auch als Zweck angesehen werden sollte. Die unbelebte Materie (wie z.B. Stein) hat, auch wenn sie keinen Schmerz empfindet, ihre eigene Natur, ihre eigene Struktur, die auch bei ihrer nötigen Verwendung als Mittel respektiert werden sollte. Dies muss ein zentraler Gedanke bei einer Philosophie sein, die sich für die Umwelt und die Zukunft engagieren will.
Dies sind sehr komplexe Fragen, die wir hier in den verschiedenen Räumen der Abteilung ‚Ethik‘ ausgiebig diskutieren sollten, um auf der unverzichtbaren Grundlage von Kant die Ethik der künftigen kosmopolitischen Gesellschaft gemeinsam zu erarbeiten.

Das grundlegende Prinzip und damit das neue Paradigma des Weltstaates kann nur der zweite kategorische Imperativ Kants sein, der sich in erster Linie auf die Menschen bezieht, und zwar auf alle Menschen, auch auf die noch nicht geborenen (sowie auf die Toten, die geehrt werden müssen). Er kann aber auch auf alles andere Seiende angewendet werden. Die Modalitäten dieser Anwendung sollen noch diskutiert und wissenschaftlich festgelegt werden. 
Die Ethik des Weltstaates wird also auf der wechselseitigen Zweckbeziehung zwischen den Menschen beruhen. Der finale Zustand einer Gesellschaft, di nach einem solchen Prinzip fühlt, denkt und lebt, wird von Kant im dritten kategorischen Imperativ als „Reich der Zwecke“ definiert. 

Die Menschen können offensichtlich auf diese gegenseitige Weise besser zusammen leben und ihre körperlichen und geistigen Bedürfnisse befriedigen, ohne einander dabei ausschließlich als Mittel zu betrachten. 

Die Abteilung ‚Ethik‘ kann folgendermaßen unterteilt werden:

Politische Ethik: Sie bezieht sich auf die Gemeinschaft im Allgemeinen (ethischer Wert der Menschheit).

Wirtschaftsethik: Sie beschäftigt sich mit den menschlichen Aktivitäten, die das Überleben des Einzelnen absichern, sowie mit der Produktion und Verteilung der für das Leben notwendigen Güter  (ethischer Wert der Arbeit).

Familienethik: Sie beinhaltet die menschlichen Aktivitäten, die mit dem Überleben der Menschheit als Art zu tun haben (ethischer Wert der Liebe).

ETHIK – ZIMMER und INTERPRETATIONEN 

Wenn Sie ein Zimmer zum Thema ‚Ethik‘ vorschlagen möchten, kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail.

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