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SCHEMA 1803-1806

SCHEMA 1803-1806

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SCHEMA DER ENTWICKLUNG HEGELS
VON 1803 BIS 1806

 

Die Lösung der Frage nach der absoluten Religion und
die Entstehung des philosophischen Systems
als Umsetzung von Hegels Lebensprogramm
der Gründung einer Vernunftreligion

1.Phase (1803)

Entstehung der Frage nach einer absoluten Religion zur Begründung der absoluten Sittlichkeit

Zeitlicher Rahmen: 1803


Quelle: „Das System der Sittlichkeit“, Schlussteil

(Mein Text hier)

Hegel kann das Manuskript mit der Theorie der neuen Ethik nicht abschließen, da er über keinen Begriff einer absoluten Religion verfügt, die in der Lage wäre, die absolute Sittlichkeit zu begründen.

Es entsteht die Frage nach der Erkenntnis des Absoluten.

Wie kann der Mensch das Absolute erkennen und somit eine absolute Religion formulieren?

2. Phase (1803-05)

Die Lösung der Frage nach der Erkenntnis des Absoluten: die Entstehung von Hegels Logik-Metaphysik als Selbsterkenntnis des Absoluten im Menschen

Zeitlicher Rahmen: 1803-05

Quellen: „Systementwurf von 1803-04“, „…es ist nur die Form…“; „Manuskript zur Logik-Metaphysik und Naturphilosophie“

(Mein Text hier)

In drei Entwicklungsstadien löst Hegel in den 2 folgenden Jahren die Frage nach der absoluten Religion, d.h. nach einer wissenschaftlichen, endgültigen Erkenntnis des Absoluten: Nur die dialektische Logik, die gleichzeitig Metaphysik ist, ist in der Lage, das Absolute zu erkennen.

Das Absolute ist das System der Kategorien, die miteinander dialektisch verbunden sind und nicht nur das Gerüst des menschlichen Gedankens, sondern auch der ganzen Welt sind.

Das Absolute ist erkannt.

Dialektische Entwicklung dieser Phase:

 

ERSTES STADIUM (1803-04): Entstehung des philosophischen Systems Hegels
als ‚System der spekulativen Philosophie‘

Hauptquelle: Systementwurf I (hier)

(Mein Text hier)

 

ZWEITES STADIUM (1804): Entstehung der Frage nach der adäquaten Erscheinungsform des Absoluten im menschlichen Bewusstsein

Hauptquelle: "...es ist nur die Form... (hier)

(Mein Text hier)

 

DRITTES STADIUM (1804-05):

Die wissenschaftliche Erkenntnis des Absoluten in der ersten vollständigen "Logik-Metaphysik"

Hauptquelle: Systementwurf II (hier)

(Mein Text hier)

3. Phase (1805-06)

Es entsteht Hegels endgültiges, wenngleich noch nicht komplettes System

Quellen:Fortsetzung des Systems der Sittlichkeit“, „C. Die Wissenschaft“, „Systementwurf von 1805-06“

(Mein Text hier)

Die Philosophie, insbesondere die Logik-Metaphysik, erweist sich somit als die absolute Religion („Fortsetzung des Systems der Sittlichkeit“).

Die Frage, die noch 1803 offengeblieben war, hat jetzt eine Antwort bekommen.

Die Erkenntnis des Absoluten schließt somit die Geschichte der Religion und auch der Philosophie („Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie“; Idee der “Phänomenologie des Geistes“ im Fragment „C. Die Wissenschaft“).

Die Philosophie begründet die absolute Sittlichkeit, da sie das Absolute erkannt hat.  In dem Menschen, der nach dieser Erkenntnis lebt, ist nicht mehr das Individuum, sondern das Absolute selbst tätig.

Die Kirche, die Hegel, Kant folgend, als ‚philosophische Kirche‘ damals interpretiert hat, begründet den Staat, der somit zu einem philosophischen Staat wird.

Das heißt im System, dass der absolute Geist den objektiven Geist begründet: die absolute Philosophie bzw. absolute Religion oder auch Vernunftreligion begründet die absolute Ethik bzw. Sittlichkeit.

Die offene Frage von 1803 ist gelöst, das System ist abgeschlossen (Systementwurf III von 1805-06).

Für die Menschheit entsteht dadurch eine neue Epoche, wie sich Hegel an mehrere Stellen seiner Jenaer Schriften und Vorlesungen ausdrückt.

Die neue Epoche ist dadurch gekennzeichnet, dass der Geist das Absolute nicht außer sich (Gott), sondern in sich findet. Jeder Mensch ist eine Verkörperung des Absoluten, des Logos, und verdient somit die absolute Anerkennung aller anderen Menschen (absolute Weltdemokratie, aber keine ‚Ochlokratie‘ durch die philosophische Bildung aller Menschen).

Es handelt sich um eine universelle gegenseitige Anerkennung, die die Weltgesellschaft des Weltgeistes bilden soll.

Hegel kommt eigentlich nicht ausdrücklich zu diesem Resultat, er bleibt am Begriff des ‚freien Volkes‘ hängen und entwickelt ihn nicht als ‚Weltvolk‘ weiter. Was er aber unter dem Begriff des ‚freien Volkes‘ meinte, war eben ein philosophisches Volk, das nicht durch die Tradition, die Sprache, die historische Religion, sondern allein durch die Philosophie geprägt ist. Das ist aber kein nationales Volk mehr, sondern eben ein Weltvolk!

Sie ist die letzte Stufe der Geschichte der Menschheit, die die Stufe der wahren, objektiven Freiheit ist und sich als ‚Aufhebung‘ der Gesellschaft der subjektiven Freiheit, also der Willkür, präsentiert.

In dieser sittlichen universellen Gesellschaft kann und soll jeder Mensch nach seinem geistigen Wesen leben, er kann somit ein erfülltes Leben haben und dadurch ‚glücklich‘ sein.

Hegels Jugendideal der Glückseligkeit durch die Aufklärung des ‚gemeinen Mannes (Menschen)‘ ist dadurch in der Theorie verwirklicht bzw. gegründet.

Als Nachfolger Hegels ist unsere Aufgabe, dieses philosophische Ideal in die ethische und politische Praxis umzusetzen, also danach zu leben und eine entsprechende philosophische Weltgesellschaft zu gründen. 


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